Was alles auf der Piste passieren und was man dagegen machen kann


Skifahrer sollten gut vorbereitet auf die Bretter steigen um einem Kreuzbandriss vorzubeugen

 

Jetzt herrscht in den Skigebieten Hochbetrieb und leider sind Pistenunfälle an der Tagesordnung – insbesondere, wenn Skifahrer ihr Können falsch einschätzen. Das Knie und die Schulter erleiden dabei die häufigsten Verletzungen, wobei bei den Frauen Verletzungen am Kniegelenk überwiegen. Bei der letzten Abfahrt am Nachmittag spielen Erschöpfung, Müdigkeit und die fehlende Konzentration eine große Rolle bei den Skiverletzungen. Häufig sind am Kniegelenk das Kreuzband oder der Meniskus betroffen. Am Schultergelenk ist eine Luxation das am meisten vorkommende Ereignis. mehr dazu...

Vorsicht bei der letzten Abfahrt

Als häufigste Ursache des Kreuzbandrisses beim Skifahren gilt der Rückwärtssturz. Schon bei dem Versuch, aus der Rückenlage wieder ins Gleichgewicht zu gelangen, kann das abrupte Aufrichten eine Verletzung hervorrufen. Verantwortlich ist hierbei der Heckspoiler des Ski-Schuhs, der eine Vorwärtsbewegung des Unterschenkels (Schubladenbewegung) bewirkt. 

 

Das Kniegelenk ist generell das schwächste Glied in der funktionellen Kette der Beinachse. Reißen außer dem Kreuzband noch andere Bänder, können Fehlbelastung und Gelenkverschleiß (Arthrose) als Langzeitschäden die Folge sein.

 

Ein Kreuzbandriss muss keinesfalls immer sofort vor Ort operiert werden, die besten Ergebnisse sind zu erwarten, wenn das Kniegelenk reizfrei ist. Dies geschieht am Besten in Absprache mit einem Kniespezialisten am Heimatort, der nach intensiver Krankengymnastik und Muskeltraining die Kniegelenksstabilität durch klinisch funktionelle Untersuchungen prüfen kann. Zusätzlich kann eine Kernspintomographie (MRT) die Diagnose erhärten und weitere Begleitverletzungen aufdecken.

 

Nicht jedes geschädigte Kreuzband muss operiert werden. Das Alter des Patienten und die Ansprüche an die eigene körperliche Leistungsfähigkeit spielen dabei eine Rolle. Bei sportlich aktiven Patienten ist jedoch meistens ein operatives Vorgehen angebracht, insbesondere um Folgeschäden wie Meniskusverletzungen, Knorpelschäden und den drohenden Gelenkverschleiß zu vermeiden.

 

Bei der Operation wird das gerissene Kreuzband durch körpereigene Sehnen ersetzt. Inzwischen besteht auch die

Möglichkeit, dass nur bestimmte Anteile des vorderen Kreuzbandes ersetzt oder gegebenenfalls refixiert werden. Dieser operative Eingriff ist jedoch sehr aufwändig und sollte von einem darauf spezialisierten Operateur durchgeführt werden. Auch sollte die Nachbehandlung in einer Hand bleiben, um somit im Team mit Sportphysiotherapeuten ein bestmögliches Operationsergebnis zu erreichen.

 

Seitens der Schulter ist die Schulterluxation das häufigste Verletzungsbild. Durch ein unkontrolliertes Zurückreißen des Armes kann es zu einer Auskugelung (Luxation) des Gelenkes kommen. Meistens kommt es zu einer spontanen

Reposition, oder sie muss unter Narkose vor Ort in das Gelenk zurückgebracht werden. Auch hier können die weiteren Verletzungsfolgen und eine mögliche bildgebende Diagnostik am Heimatort durchgeführt werden.

 

Die beste vorbeugende Maßnahme für ein sportliches Ski-Vergnügen ist, rechtzeitig mit einer Ski-Gymnastik zu beginnen und in der Vorbereitungsphase auch Übungen zur Rumpfstabilisierung sowie ein Becken-Beinachsen-Training durchzuführen. Hinweise können auch so genannte Präventionsprogramme wie Stop-X (vordere Kreuzbandprävention, Link siehe unten) als Vorbereitung genutzt werden.

 

Ein Kreuzbandriss stellt grundsätzlich eine schwere Verletzung des Kniegelenks dar. Wichtig ist vor allem, das Verletzungsausmaß genau festzustellen und die weiteren Behandlungsschritte richtig einzuleiten. Sollte dann eine Operation erforderlich sein, ist es von Vorteil, diese von einem kniespezialisierten Orthopäden am Wohnort durchführen zu lassen. Somit ist eine Versorgung aus einer Hand mit nachfolgender sporttherapeutischer Rehabilitation vor Ort zu gewährleisten. Um dem Verletzungsrisiko vorzubeugen sind körperliche Fitness, eine gute Vorbereitung und eine gute Ausrüstung eine wichtige Voraussetzung.

 

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