Kniearthritis


Auch: Kniegelenkentzündung, Gonarthritis

Joggerin hält sich das Knie - © LMproduction - Fotolia.com

Als Kniearthritis bezeichnet man eine Entzündung des Kniegelenks, die als Folge einer bakteriellen Infektion oder einer Störung des Immunsystems (rheumatoide Arthritis) auftreten kann. Die Krankheit entwickelt sich langsam und kann bei Nichtbehandlung einen chronischen Verlauf nehmen. Die rheumatoide Arthritis gehört zu den am häufigsten auftretenden entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. In der Regel tritt die Erkrankung im fortgeschrittenen Alter auf, kann aber auch jüngere Patienten und sogar Kinder betreffen.

 

Ursachen

Wie oben bereits erwähnt, kann eine Arthritis entweder durch eine bakterielle Infektion des betroffenen Gelenks oder durch eine Störung des Immunsystems verursacht werden. In letzterem Fall spricht man auch von einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die köpereigenen Zellstrukturen angreift, weil es sie als köperfremd einstuft. Die nichtbakterielle Arthritis kann durch Krankheiten wie Schuppenflechte oder Gicht ausgelöst werden. Man vermutet, dass diese Form der Krankheit auch genetisch bedingt sein kann und damit eine Vererbung innerhalb der Familie möglich ist. Die genauen Ursachen sind allerdings bis heute nicht geklärt.

Die Infektion bei einer bakteriellen Arthritis kann entweder durch eine Erkrankung und damit durch den Körper selbst oder von außen, beispielsweise durch Verletzungen, Operationen oder Injektionen hervorgerufen werden.

 

Symptome

Bei einer Kniearthritis treten die Schmerzen häufig in Schüben und während der Nacht oder in den Morgenstunden auf. Dabei kommt es in der Regel zu einer Rötung mit einhergehender Überwärmung und Schwellung des betroffenen Gelenks. In manchen Fällen werden die Schmerzen von einem allgemeinen Unwohlsein oder Krankheitsgefühl und gelegentlich sogar Fieber begleitet. In der Folge fühlt sich das Knie morgens steif und unbeweglich an. Bei Belastung nehmen die Schmerzen deutlich zu. Die Schwellung des Knies  wird durch entzündliche Veränderungen der Gelenksinnenhaut (Synovialitis) hervorgerufen. Dabei handelt es sich um gut tastbare Verdickungen unter der Haut an der hinteren Seite des Knies. Das Steifheitsgefühl kann bei voranschreitender Krankheit zu einer erheblichen Einschränkung der Beweglichkeit und sogar zu krankhaften Veränderungen des Gelenks führen. Ursache hierfür ist eine Verkürzung und Versteifung der ebenfalls von der Entzündung betroffenen Muskulatur.

 

Diagnose

Bei einem Verdacht auf Arthritis wird der Kniespezialist zunächst ein Blutbild erstellen, um die Entzündungswerte zu ermitteln und eine Veränderung bei weiteren krankheitstypischen Werten festzustellen. Darüber hinaus werden Röntgenbilder angefertigt, um gegebenenfalls vorliegende arthritische Veränderungen im Kniegelenk sichtbar zu machen.

 

Behandlung

Die Behandlung einer Arthritis durch den Orthopäden zielt zunächst auf die Eindämmung der Entzündungsaktivität. Die medikamentöse  Therapie sollte zwingend bei einem internistischen Rheumatologen durchgeführt werden. Dabei soll eine (weitere) Schädigung des betroffenen Gelenks verhindert werden. Im Anschluss wird mit geeigneten Maßnahmen versucht die Schmerzen zu lindern und für eine möglichst gute Beweglichkeit des betroffenen Gelenks zu sorgen. Dabei ist es wichtig, dass die Behandlung so früh wie möglich aufgenommen wird, damit es nicht schon im Vorfeld zu einer Chronifizierung der Krankheit kommt.

Im Falle einer bakteriellen Arthritis im Knie erfolgt in der Regel eine arthroskopische Behandlung in Form einer sogenannten Gelenkspiegelung durch einen entsprechenden Kniespezialisten. Dabei werden entzündete und abgestorbene Gewebeteile entfernt, um das Gelenk dann mit einer antibiotischen Spülung zu versorgen. Dieses Prozedere wird, wenn nötig, mehrmals wiederholt. Parallel dazu werden den Betroffenen Antibiotika zur regelmäßigen Einnahme verschrieben.

Kommt es trotz einer ausreichend durchgeführten antientzündlichen Therapie durch den internistischen Rheumatologen bei einer rheumatoiden Arthritis zu einer weiteren Vermehrung der entzündlichen Gelenksinnenhaut mit Gelenkschwellungen, kann eine arthroskopische Entfernung sinnvoll sein, um einen möglichen weiteren Gelenkerhalt zu erzielen.

 

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