Verletzung der Kniescheibe


Funktion und Ursachen für Verletzungen

Radfahrerin hält sich nach Sturz das Knie - © andriano_cz - Fotolia.com

Funktion


Die Kniescheibe (Patella) ist ein flacher, scheibenförmiger Knochen und befindet sich vor dem Kniegelenk am vorderen Knie zwischen Ober- und Unterschenkel. Ihre Aufgabe ist es, die Beugung und Streckung des Knies zu unterstützen, indem Sie die Kraft von der Oberschenkelmuskulatur auf den Unterschenkel überträgt. Darüber hinaus erfüllt die Patella eine Schutzfunktion für das Knie. Sie ist beweglich und wird dabei in einer rinnenförmigen Gleitbahn am Oberschenkelknochen geführt.

Ursachen für Verletzungen

Verletzungen der Kniescheibe werden in der Regel durch Veranlagung oder durch traumatische Ereignisse wie beispielsweise ein Sturz auf das Knie oder eine starke Verdrehung in gestreckter Stellung verursacht. Dabei kann es zu einer Verrenkung der Kniescheibe (Patella-Luxation) und in manchen Fällen zu einem Bruch (Fraktur) dieser herzförmigen Knochenscheibe kommen. Zu den Faktoren die eine Kniescheibenverrenkung veranlagungsbedingt begünstigen zählen das sogenannte X-Bein, die hochstehende Kniescheibe, eine ungünstige Formung der Patella, eine falsch ausgeprägte Gleitrinne oder ein lockerer bzw. untrainierter Halteapparat aus Bändern und Muskeln.

 

Kniescheibenverrenkung

Bei einer Verrenkung wird die Kniescheibe gewaltsam aus ihrer Gleitbahn gedrückt. Dadurch werden häufig die Weichteile, also die Gelenkkapsel und die Bänder, die für ihren Halt an der richtigen Stelle sorgen, verletzt. Oft springt die Patella bei einer Streckung des Knies spontan wieder in ihre Gleitrinne zurück. Auch hierbei können Verletzungen des Knorpels entstehen. In jedem Fall sollte nach einer solchen Verletzung, auch wenn die Kniescheibe wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgesprungen ist, ein Kniespezialist aufgesucht werden. Denn die Gefahr, dass es nach einer erstmaligen Verrenkung immer wieder zu Problemen kommt ist groß.

 

Symptome

Kommt es zu einer Patella-Luxation, berichten die Betroffenen oft von einem plötzlichen Nachgeben des Kniegelenks. Dabei ist aufgrund der Verletzung der umliegenden Blutgefäße in der Regel eine Schwellung in Verbindung mit starken Schmerzen und einer erhöhten Empfindlichkeit der vorderen Knieregion zu beobachten. Ist die Kniescheibe nicht wieder in ihre Gleitbahn zurückgesprungen, kann man die Verschiebung der Patella im Vergleich zu dem unverletzten Knie gut erkennen. Dabei ist eine Verlagerung zum äußeren Knie wahrscheinlicher als nach innen. Oftmals tritt in diesem Zusammenhang auch eine Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenks bis hin zu einer völligen Unbeweglichkeit auf.

 

Diagnose

Neben der körperlichen Untersuchung durch den Kniespezialisten und dem Erstellen von Röntgenaufnahmen ist im Fall einer Kniescheibenverrenkung eine Kernspintomographie (MRT) zu empfehlen. Dadurch können neben der Schädigung des Knochenapparats auch Verletzungen an den Weichteilen und des Bandhalteappararates sichtbar gemacht werden. Eine exakte Diagnose aller vorliegenden Schädigungen ist für die Planung einer erfolgreichen Therapie zwingend erforderlich.

 

Behandlung

Ist die Kniescheibe nicht spontan wieder in ihre Führungsbahn zurückgesprungen, wird der Orthopäde als erstes eine Einrenkung durch vorsichtige Streckung des Knies bei gleichzeitig ausgeübtem Druck auf die Patella in Richtung ihrer ursprünglichen Position vornehmen. Aufgrund der dabei auftretenden Schmerzen kann man geeignete Schmerz- oder Betäubungsmittel verabreichen. Um ein schnelles Abschwellen des Knies zu unterstützen kann eine Kühlung vorgenommen werden. Auch die Vergabe von abschwellenden Medikamenten kann diesen Prozess unterstützen. Wenn keine weiteren Schädigungen der Knochen oder Weichteile vorliegen, kann die Verletzung konservativ behandelt werden. Dabei wird das Knie bis zur Abschwellung und dem Abklingen der Schmerzen teilweise ruhiggestellt und im Anschluss der Muskelwiederaufbau durch eine Physiotherapie unterstützt.


Sind durch die Verrenkung stärkere Verletzungen am Knorpel, den übrigen Weichteilen oder an dem Bandhalteapparat (MPFL Läsion) verursacht worden, oder sind die veranlagungsbedingten Faktoren zu gravierend, ist häufig eine Operation zu empfehlen. Dabei kommen je nach vorliegender Situation zahlreiche unterschiedliche Operationsverfahren in Betracht. Soweit dies möglich ist, wird der Kniespezialist versuchen, die erforderlichen Maßnahmen minimalinvasiv mit einer sogenannten Kniespiegelung (Arthroskopie) durchzuführen. Solche Eingriffe können in der Regel ambulant oder auch staionärdurchgeführt werden.

 

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